Sie sind selbst Experte für Baustoffe?
Bei Amazon finden Sie alles, was Sie benötigen, um sämtliche Arbeiten am Haus selbst zu erledigen - Packen Sie's an!
Jetzt kaufen
Anzeige

Außenputz vorbereiten: So verwenden Sie Tiefengrund richtig

Symbolbild – ganz oder teilweise KI-generiert
03.08.2026 16 mal gelesen 0 Kommentare
  • Entfernen Sie losen Putz, Staub, Schmutz und Ausblühungen vollständig und lassen Sie die Fassade vor dem Grundieren trocken, sauber und tragfähig werden.
  • Verdünnen Sie den Tiefengrund ausschließlich nach Herstellerangabe und tragen Sie ihn mit Rolle, Bürste oder Sprühgerät gleichmäßig und ohne Pfützenbildung auf.
  • Lassen Sie den Tiefengrund vollständig trocknen und prüfen Sie anschließend, ob der Untergrund gleichmäßig fest und saugfähig ist, bevor Sie den Außenputz auftragen.

Untergrund des Außenputzes prüfen und vorbereiten

Bevor Tiefengrund auf den Außenputz kommt, muss die Fläche sauber, trocken und tragfähig sein. Entfernen Sie Staub, lose Putzteile, Spinnweben, Schalölreste und andere Verschmutzungen. Algen- oder Moosbewuchs darf nicht einfach überstrichen werden. Reinigen Sie die Fassade materialschonend und lassen Sie sie danach vollständig trocknen.

Werbung

Prüfen Sie den Putz anschließend mit einfachen Handtests:

Sie sind selbst Experte für Baustoffe?
Bei Amazon finden Sie alles, was Sie benötigen, um sämtliche Arbeiten am Haus selbst zu erledigen - Packen Sie's an!
Jetzt kaufen
Anzeige

  • Wischprobe: Fahren Sie mit der Hand über die Fläche. Bleibt viel Staub an der Hand, ist der Putz kreidend oder verschmutzt.
  • Kratzprobe: Ritzen Sie den Untergrund mit einem festen Gegenstand leicht an. Lösen sich Körner oder ganze Schichten, müssen die lockeren Bereiche entfernt und ausgebessert werden.
  • Klebebandprobe: Drücken Sie einen Streifen Malerkrepp fest an und ziehen Sie ihn ruckartig ab. Haften Putz- oder Farbreste daran, reicht Grundieren allein nicht aus.
  • Wasserprobe: Benetzen Sie einzelne Stellen mit einem Schwamm. Zieht das Wasser sofort ein, ist der Untergrund stark saugend. Perlt es ab, können Farbe, Klinker oder andere dichte Schichten vorliegen.

Risse, Hohlstellen und Abplatzungen gehören vor der Grundierung behoben. Klopfen Sie verdächtige Stellen vorsichtig ab. Ein hohler Klang deutet oft auf eine schlechte Verbindung zum Untergrund hin. Solche Bereiche werden entfernt, passend ergänzt und ausreichend lange getrocknet. Bei größeren Rissen oder flächigen Schäden sollte eine Fachperson die Ursache prüfen.

Achten Sie auch auf die Wetterlage. Der Außenputz darf während der Vorbereitung und Grundierung weder feucht noch gefroren sein. Direkte Sonne, starker Wind und hohe Luftfeuchte können die Trocknung stören. Schützen Sie die Fassade bei Bedarf mit einem Gerüstnetz, ohne die Fläche luftdicht abzuschotten. Die konkreten Grenzwerte und Wartezeiten stehen im technischen Merkblatt des gewählten Produkts.

Bei einem Wärmedämm-Verbundsystem gelten zusätzliche Regeln. Die Armierungsschicht darf nicht beschädigt werden, und offene Dübelstellen oder Übergänge müssen fachgerecht geschlossen sein. Das gilt auch bei Baumit-Dämmsystemen mit Holzfaser-, EPS- oder Mineralwolle-Dämmplatten sowie bei den Systemen Baumit open und easytop. Verwenden Sie dort nur Materialien, die für den jeweiligen Systemaufbau freigegeben sind.

Erst wenn die Fläche fest, sauber, trocken und frei von trennenden Stoffen ist, lohnt sich der nächste Schritt. Dann lässt sich die passende Grundierung gezielt auftragen.

Saugfähigkeit und Festigkeit der Fassade richtig beurteilen

Die Saugfähigkeit zeigt, wie schnell der Außenputz Wasser aufnimmt. Die Festigkeit beschreibt dagegen, wie stabil seine oberste Schicht ist. Beides muss getrennt bewertet werden. Ein Putz kann stark saugen und trotzdem fest sein. Umgekehrt kann eine scheinbar dichte Fläche mürbe wirken.

Für eine verlässliche Einschätzung hilft eine kleine Messreihe an mehreren Stellen. Wählen Sie Bereiche aus, die unterschiedlich stark der Witterung ausgesetzt sind: unter einem Dachüberstand, an einer freien Wand und nahe dem Sockel. So erkennen Sie, ob die Eigenschaften nur punktuell oder über die gesamte Fassade schwanken.

  • Stark saugend: Ein dünner Wasserfilm verschwindet rasch, die Stelle dunkelt deutlich nach.
  • Mittel saugend: Das Wasser zieht gleichmäßig ein, bleibt aber kurz sichtbar.
  • Schwach saugend: Der Tropfen steht länger auf der Oberfläche oder läuft seitlich ab.
  • Uneinheitlich: Benachbarte Stellen trocknen sichtbar verschieden schnell. Dann drohen später Flecken oder ungleichmäßiger Glanz.

Bewerten Sie nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch das Verhalten beim Trocknen. Ein dunkler Rand, glänzende Inseln oder wolkige Übergänge weisen auf unterschiedliche Poren oder alte Beschichtungsreste hin. Besonders kritisch sind Flächen, die an Reparaturstellen deutlich anders reagieren als der übrige Putz.

Die Festigkeit lässt sich zusätzlich mit einem harten Kunststoffspachtel prüfen. Ziehen Sie ihn mit gleichmäßigem Druck über mehrere Stellen. Löst sich nur feiner Staub, ist die Oberfläche vermutlich leicht mürbe. Brechen Körner aus oder entstehen Rillen, reicht eine gewöhnliche Egalisierung nicht. Bei größeren Ablösungen muss der Aufbau weiter untersucht werden.

Auch der Klopfton liefert einen Hinweis: Klingt der Putz dumpf und hohl, kann eine mangelnde Verbindung zum Untergrund vorliegen. Dieser Test ersetzt keine Schadensdiagnose, grenzt problematische Zonen aber schnell ein. Markieren Sie solche Stellen, damit sie nicht versehentlich mitbehandelt werden.

Für die Auswahl des Tiefengrunds ist die Kombination entscheidend. Stark saugende, feste Flächen benötigen vor allem einen Ausgleich der Wasseraufnahme. Bei sandenden Flächen muss dagegen die oberste Putzschicht gebunden werden. Zeigt eine Wand beide Merkmale, sollte das Produkt ausdrücklich für beide Aufgaben geeignet sein. Ein zu stark einziehendes Mittel kann den Putz unnötig sättigen; ein zu schwaches bleibt an der Oberfläche wirkungslos.

Bei kalkhaltigem Putz, Kalksandstein oder mineralischen Altbeschichtungen ist außerdem das spätere Farbsystem wichtig. Silikat-, Dispersions- und Siliconbeschichtungen verlangen nicht automatisch dieselbe Grundierung. Prüfen Sie deshalb die technische Freigabe des Herstellers. Der Produktschnellfinder von Baumit Selbermachen kann dabei eine erste Orientierung geben.

Notieren Sie die Ergebnisse je Fassadenseite. Erst die Gegenüberstellung aus Wasseraufnahme, Oberflächenfestigkeit und geplantem Anstrich ergibt eine belastbare Entscheidung.

Welcher Grundierstoff passt zu welchem Außenputz?

Untergrund oder Schadensbild Geeignete Grundierung Wichtige Hinweise
Stark saugender, tragfähiger mineralischer Putz Verfestigender Tiefengrund Gleicht die Wasseraufnahme aus und verhindert ein zu schnelles Anziehen des Folgeanstrichs.
Leicht sandender Außenputz Tief eindringender, verfestigender Tiefengrund Nach dem Trocknen prüfen, ob die Oberfläche ausreichend fest und abriebfrei ist.
Stark sandender oder mürber Putz Geeignetes Spezialprodukt oder Sanierung Lose Bereiche entfernen und ausbessern. Grundieren allein reicht bei tiefen Schäden nicht aus.
Schwach saugender Beton oder Klinker Pigmentierter Haftgrund Ein klassischer Tiefengrund dringt kaum ein. Schalöl, Ausblühungen und trennende Schichten vorher entfernen.
Restkreidende Altbeschichtung Verfestigender Tiefengrund, sofern die Beschichtung tragfähig ist Bei stark kreidenden oder abblätternden Schichten ist Entfernen meist sicherer als Übergrundieren.
Silikatbeschichtung Für das Silikatsystem freigegebene Grundierung Das Bindemittelsystem muss kompatibel sein, damit die Verkieselung nicht beeinträchtigt wird.
Siliconharz-Fassadenfarbe Abgestimmte siliconbasierte Grundierung Technisches Merkblatt und Freigabe des Herstellers beachten.
Fassadendämmung mit Holzfaser, EPS oder Mineralwolle Systemgerechte Grundierung Nur freigegebene Produkte verwenden. Rohe Dämmplatten nicht mit beliebigem Tiefengrund behandeln.

Tiefengrund passend zum Putz und Beschichtungssystem auswählen

Entscheidend ist nicht der Name „Tiefengrund“, sondern die Kombination aus Untergrund, späterem Anstrich und geplanter Funktion. Ein Mittel für stark saugende mineralische Flächen passt nicht automatisch zu einer dichten Altbeschichtung oder zu einem Silikatsystem. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Bindemittel im vorhandenen Putz und im neuen Anstrich zusammenspielen dürfen.

  • Mineralischer, saugender Putz: Ein verfestigender, wasserverdünnbarer Tiefengrund kann die Porenwirkung ausgleichen. Das ist oft sinnvoll, wenn anschließend eine passende Dispersions- oder Siliconharzfarbe folgt.
  • Silikatbeschichtung: Verwenden Sie eine Grundierung, die ausdrücklich für das Silikatsystem freigegeben ist. Ein nicht passendes organisches Bindemittel kann die Verkieselung behindern.
  • Schwach saugende oder dichte Fläche: Hier ist meist ein pigmentierter Haftgrund geeigneter als ein tief einziehendes Produkt. Er schafft eine griffige Zwischenlage, statt nur in einzelne Poren einzudringen.
  • Stark mürber oder restkreidender Putz: Wählen Sie ein Produkt mit nachgewiesener Verfestigungswirkung. Bei ungewöhnlich tief reichenden Schäden reicht eine Grundierung jedoch nicht als Reparatur.

Auch die Farbe selbst beeinflusst die Wahl. Siliconharzfarben benötigen eine darauf abgestimmte Grundierung; bei silikatischen Anstrichen muss das gesamte System mineralisch kompatibel bleiben. Die technische Freigabe des Herstellers ist maßgeblich.

Im Baumit-Sortiment finden Sie den Produktbereich Grundierungen. Der Produktschnellfinder kann die Suche nach Untergrund und Anwendung eingrenzen. Öffnen Sie danach das technische Merkblatt. Dort stehen unter anderem Verdünnung, Verbrauch, Trocknungszeit und zulässige Folgeprodukte.

Bei Fassadendämmungen darf die Grundierung nicht losgelöst vom System betrachtet werden. Für Baumit-Dämmsysteme mit Holzfaser-, EPS- oder Mineralwolle-Dämmplatten gelten jeweils festgelegte Schichten. Das betrifft auch Baumit open und easytop. Verwenden Sie nur die im System vorgesehenen Produkte oder ausdrücklich freigegebene Alternativen.

Ein lösemittelhaltiger Tiefengrund ist kein pauschales „stärkeres“ Produkt. Er kann bei besonderen, schwer verfestigbaren Untergründen sinnvoll sein, passt aber nicht zu jeder vorhandenen Beschichtung und ist wegen Geruch sowie Arbeitsschutz sorgfältig zu beurteilen. Für viele Außenputze genügt ein wässriges, verfestigendes Produkt.

Vermeiden Sie außerdem eine Übergrundierung. Bildet das Mittel einen glänzenden Film oder bleibt die Fläche ungewöhnlich glatt, kann der Folgeanstrich schlechter haften. Die Grundierung soll keine geschlossene Kunststoffhaut erzeugen. Im Zweifel ist eine kleine Probefläche mit dem geplanten Anstrich die sauberste Entscheidungshilfe.

Außenputz mit Tiefengrund gleichmäßig grundieren

Rühren oder schütteln Sie den Tiefengrund zunächst so lange, bis sich seine Bestandteile gleichmäßig verteilt haben. Verdünnen Sie ihn nur, wenn das technische Merkblatt dies vorsieht. Bei einem Konzentrat kann eine falsche Verdünnung die Eindringtiefe und die spätere Haftung verändern.

Teilen Sie die Fassade gedanklich in zusammenhängende Arbeitsfelder ein. Bearbeiten Sie jeweils eine Fläche ohne längere Unterbrechung bis zu einer natürlichen Kante, etwa einer Gebäudeecke oder einem Fallrohr. So vermeiden Sie Ansätze. Beginnen Sie oben und arbeiten Sie nach unten; herablaufendes Material lässt sich dadurch direkt verteilen.

  • Werkzeug wählen: Eine Fassadenrolle mit mittlerem Flor eignet sich für ebene Putzflächen. Für Vertiefungen, Kanten und grobe Strukturen hilft ein Flachpinsel.
  • Material dosieren: Die Rolle soll satt benetzt sein, aber nicht tropfen. Überschüssigen Tiefengrund streichen Sie am Abstreifgitter ab.
  • Fläche verteilen: Arbeiten Sie zunächst in einer Richtung und verschlichten Sie anschließend ohne Druck. Dadurch entstehen weniger Streifen und Fehlstellen.
  • Randbereiche bearbeiten: Ziehen Sie das Material an Fensterlaibungen, Ecken und Anschlüssen sorgfältig aus. Pfützenbildung in Vertiefungen ist zu vermeiden.

Kontrollieren Sie die Fläche im Streiflicht. Glänzende Bahnen, dunkle Nasen oder trockene Inseln zeigen eine ungleichmäßige Verteilung. Bessern Sie solche Stellen innerhalb der offenen Verarbeitungszeit aus. Ist der Tiefengrund bereits angezogen, sollten Sie nicht einfach trocken darüberreiben.

Auf sehr grobem Außenputz darf die Walze nicht nur über die Spitzen laufen. Führen Sie sie leicht versetzt und mit gleichmäßigem Druck, damit auch die Vertiefungen ausreichend Material erhalten. Drücken Sie jedoch nicht so stark, dass sich ein geschlossener Film aufbaut.

Schützen Sie angrenzende Fenster, Metallteile, Bodenbeläge und Pflanzen vor Spritzern. Wasserbasierte Produkte lassen sich meist leichter frisch entfernen; eingetrocknete Rückstände können trotzdem sichtbar bleiben. Lösemittelhaltige Varianten verlangen zusätzlich eine gute Lüftung, geeignete Schutzhandschuhe und den Ausschluss von Zündquellen.

Nach dem Auftrag braucht die Fläche Ruhe. Halten Sie die Fassade während der Trocknung vor Regen, Nebel, Frost und starker Sonneneinstrahlung geschützt. Die Oberfläche muss vor dem nächsten Anstrich gleichmäßig trocken sein. Maßgeblich sind Verbrauch, Mindesttrocknungszeit und Witterungsgrenzen im jeweiligen Merkblatt.

Markieren Sie bearbeitete Felder nicht mit Kreide oder Farbe auf der grundierten Fläche. Legen Sie den Arbeitsfortschritt stattdessen anhand von Bauteilkanten fest.

Grundierungen für stark saugende und sandende Putzflächen

Bei stark saugenden oder sandenden Putzflächen erfüllt Tiefengrund zwei verschiedene Aufgaben: Er bremst die ungleichmäßige Wasseraufnahme und bindet lose Partikel in der obersten Schicht. Entscheidend ist daher, was der Putz tatsächlich braucht.

Für leicht sandende, aber noch tragfähige Flächen eignen sich verfestigende Produkte. Im Baumit-Bereich Grundierungen sollte die Auswahl auf den vorhandenen Putz und den späteren Anstrich abgestimmt werden. Bei einem mineralischen Untergrund ist besonders wichtig, dass die Grundierung tief genug eindringt und keine glänzende, dichte Haut hinterlässt.

Stark saugende Flächen können dem Folgeanstrich zu schnell Wasser entziehen. Dadurch verändert sich dessen Verarbeitung: Die Farbe zieht ungleichmäßig an, lässt sich schlechter verschlichten und kann wolkig trocknen. Eine geeignete Grundierung reduziert diesen Sog, darf den Putz aber nicht vollständig absperren.

  • Leicht sandend und fest: Ein wässriger, verfestigender Tiefengrund ist oft die passende Richtung.
  • Deutlich sandend: Prüfen Sie, ob die Bindung bis in die Tiefe reicht. Bleibt die Oberfläche nach der Behandlung mürbe, ist eine Reparatur oder ein Neuaufbau nötig.
  • Stark saugend, aber tragfähig: Der Schwerpunkt liegt auf dem Egalisieren der Wasseraufnahme, nicht auf maximaler Verfestigung.
  • Saugend und sandend: Das Produkt muss beide Eigenschaften abdecken. Ein reiner Haftvermittler löst dieses Problem nicht.

Die genannten Eigenschaften finden sich etwa bei verfestigenden Produkten wie Lacryl Tiefgrund 595 oder Lacryl Hydro-Gel 695. Das Hydro-Gel ist thixotrop und bleibt dadurch besser an der Wand, was bei grob strukturierten Flächen praktisch sein kann. Ein Grundierkonzentrat wie Grundierkonzentrat 938 wird dagegen nach Herstellerangabe verdünnt. Das Mischungsverhältnis darf nicht nach Gefühl verändert werden.

Für ein Silikatsystem ist Fondosil 1903 als Grundier- und Verdünnungsmittel vorgesehen. Es gehört in den passenden Systemaufbau. Bei besonderen, stark zu verfestigenden Untergründen kommen auch lösemittelhaltige Produkte wie Tiefgrund 545 infrage. Wegen Geruch, Verarbeitungsschutz und möglicher Unverträglichkeiten ist hier das technische Merkblatt besonders wichtig.

Tragen Sie bei stark saugenden Flächen nicht automatisch mehrere Schichten auf. Eine zweite Lage kann sinnvoll sein, wenn das Merkblatt sie erlaubt und die Oberfläche nach dem ersten Auftrag weiterhin deutlich unterschiedlich aufnimmt. Zwischen den Arbeitsgängen muss die erste Schicht vollständig durchgetrocknet sein.

Bei empfindlichen, älteren Putzen ist eine Probefläche von etwa einem halben Quadratmeter hilfreich. Prüfen Sie nach der Trocknung, ob sich die Körnung noch natürlich anfühlt, ob glänzende Stellen entstanden sind und ob der geplante Anstrich gleichmäßig haftet.

Haftgrund für schwach saugende Untergründe wie Beton und Klinker

Beton und Klinker nehmen oft nur wenig Wasser auf. Ein klassischer Tiefengrund kann deshalb kaum eindringen und bleibt für die Haftung nachfolgender Schichten zu wirkungslos. Für solche Flächen ist ein pigmentierter Haftgrund die passendere Wahl. Er bildet eine griffige, gleichmäßige Zwischenlage und erleichtert dem Fassadenanstrich den Halt.

Bei Beton sind vor allem glatte Schalhautbereiche, dichte Fertigteile und alte, tragfähige Beschichtungen kritisch. Klinker besitzt dagegen eine harte, meist geschlossene Oberfläche. Zusätzlich können Fugenmörtel, Ausblühungen oder frühere Imprägnierungen die Haftung beeinflussen. Solche Trennschichten müssen vorher entfernt oder fachgerecht behandelt werden.

  • Beton: Auf Schalölreste, Sinterschichten und sehr glatte Stellen achten.
  • Klinker: Fugen, glasierte Ziegel und mögliche Imprägnierungen getrennt beurteilen.
  • Kalksandstein: Nur ein für den mineralischen Aufbau freigegebenes Produkt einsetzen.
  • Alte Farbe: Nicht nur auf die Optik schauen. Entscheidend ist, ob sie fest mit dem Untergrund verbunden ist.

Ein Produkt wie Haftgrund 3720 ist pigmentiert, konservierungsmittelfrei und für innen sowie außen vorgesehen. Es unterscheidet sich damit klar von einem farblosen Tiefengrund, dessen Hauptaufgabe im Eindringen und Verfestigen liegt. Für einen siliconbasierten Fassadenaufbau kommt Secoprime 917 infrage. Die Grundierung muss dabei zum späteren Silicon-System passen.

Tragen Sie den Haftgrund möglichst gleichmäßig und nicht unnötig dick auf. Eine zu starke Schicht kann reißen, lange klebrig bleiben oder die Struktur des Folgeaufbaus verändern. Bei Klinker sollte das Material nicht in tiefen Fugen stehen bleiben.

Die Farbe des Haftgrunds kann bei hellen oder farblich sensiblen Anstrichen eine Rolle spielen. Eine pigmentierte Zwischenlage reduziert den optischen Unterschied zwischen dunklem Untergrund und neuer Beschichtung. Sie ist jedoch kein Ersatz für einen deckenden Schlussanstrich.

Führen Sie vor der Gesamtfläche eine Haftprobe mit dem geplanten Beschichtungsstoff aus. Nach der Trocknung wird die Fläche vorsichtig angeritzt oder mit Klebeband geprüft. Löst sich der Aufbau ab, liegt meist eine Unverträglichkeit, eine schwache Altbeschichtung oder eine nicht entfernte Trennschicht vor.

Bei Fassadendämmungen gelten die Vorgaben des jeweiligen Systemherstellers. Das betrifft auch Baumit-Dämmsysteme mit Holzfaser-, EPS- und Mineralwolle-Dämmplatten sowie Baumit open und easytop. Für Produktauswahl und Bezugsquellen können Sie den Produktschnellfinder und den Marktfinder von Baumit Selbermachen nutzen. Entscheidend bleibt die Freigabe für den konkreten Schichtaufbau.

Besondere Anforderungen bei restkreidenden und stark sandenden Flächen

Restkreidung und starkes Sanden sind mehr als ein Schönheitsfehler. Bei einer restkreidenden Fläche liegen feine, schlecht gebundene Partikel auf dem Putz. Stark sandender Putz verliert dagegen Körner schon bei geringer Berührung. Eine Beschichtung kann auf dieser losen Schicht nicht dauerhaft haften.

Entscheidend ist die Tiefe des Schadens. Reicht die Mürbigkeit nur wenige Millimeter in die Oberfläche, kann ein tief eindringendes, verfestigendes Produkt helfen. Bricht der Putz darunter weiter aus, ist eine Grundierung keine ausreichende Sanierung. Lose Zonen müssen bis zum tragfähigen Bestand entfernt und passend ergänzt werden.

Bei restkreidenden Altanstrichen ist besondere Vorsicht nötig. Ein transparenter Tiefengrund kann die Kreideschicht zwar binden, aber nicht jede schwache Farblage dauerhaft stabilisieren. Testen Sie nach der Trocknung, ob die behandelte Fläche abriebfest ist. Bleibt weiterhin ein heller Belag an der Hand, darf der nächste Anstrich noch nicht folgen.

  • Leichte Restkreidung: Ein verfestigender Tiefengrund kann die Oberfläche binden, wenn die Altbeschichtung selbst tragfähig ist.
  • Stark kreidende Farbe: Lose Schichten meist entfernen, statt sie mit viel Grundierung zu überdecken.
  • Stark sandender Putz: Tiefenwirkung und Verfestigung des Produkts müssen ausdrücklich zum Schadensbild passen.
  • Abplatzungen oder Hohlstellen: Bereich öffnen, Ursache klären und fachgerecht ausbessern.

Für solche Sonderfälle werden im Fachsortiment unter anderem Tiefgrund 545 und Festodur Grund 949 geführt. Tiefgrund 545 ist lösemittelhaltig, aromatenfrei und tief eindringend. Festodur Grund 949 verbindet Haftvermittlung mit Verfestigung. Beide Produkte sind nicht als pauschale Lösung für jede Fassade gedacht. Ihre Eignung hängt vom vorhandenen Anstrich, vom Putz und vom geplanten Beschichtungssystem ab.

Bei lösemittelhaltigen Grundierungen gelten erhöhte Anforderungen an Arbeitsschutz und Umgebungsbedingungen. Sorgen Sie für ausreichende Lüftung, tragen Sie geeignete Schutzhandschuhe und halten Sie Zündquellen fern. Beachten Sie außerdem, ob angrenzende Dämmstoffe, Dichtstoffe oder Kunststoffteile empfindlich reagieren können.

Ein aussagekräftiger Kontrollpunkt liegt nach vollständiger Trocknung. Fahren Sie mit der Hand über die Fläche, prüfen Sie die Festigkeit an mehreren Stellen und kleben Sie einen Streifen Malerkrepp auf. Löst sich dabei erneut Material, muss der Aufbau überarbeitet werden.

Bei denkmalgeschützten Fassaden, historischen Kalkputzen oder großflächig geschädigten Oberflächen sollte eine Fachperson den Aufbau festlegen. Für eine erste Produktsuche bietet Baumit Selbermachen einen Produktschnellfinder; verbindlich bleiben die Freigaben für den konkreten Untergrund.

Tiefengrund bei Fassadendämmung und Baumit-Dämmsystemen einsetzen

Bei einer Fassadendämmung gehört Tiefengrund nicht automatisch auf jede sichtbare Schicht. Entscheidend ist, ob Sie den bestehenden Außenputz sanieren oder ein komplettes Wärmedämm-Verbundsystem neu aufbauen. Klebe- und Armierungsmörtel, Dämmplatte, Gewebe und Oberputz bilden dabei eine geprüfte Einheit. Eine zusätzliche Grundierung an der falschen Stelle kann den Schichtaufbau beeinträchtigen.

Bei Baumit-Dämmsystemen mit Holzfaser-, EPS- oder Mineralwolle-Dämmplatten muss die jeweilige Systemfreigabe maßgeblich sein. Das gilt ebenso für Baumit open und easytop. Tiefengrund wird nur dort eingesetzt, wo das technische Merkblatt ihn für den konkreten Untergrund und die nachfolgende Schicht vorsieht. Auf Dämmplatten selbst gehört kein beliebiger Tiefengrund.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Systembereichen:

  • Tragender Wanduntergrund: Hier kann eine geeignete Grundierung erforderlich sein, wenn der Klebemörtel sonst zu schnell Wasser verliert oder nicht ausreichend haftet.
  • Armierungsschicht: Vor dem Oberputz kommt meist eine systembezogene, pigmentierte Grundierung zum Einsatz. Sie verbessert den Farbtonausgleich und unterstützt die Haftung.
  • Dämmplatte: Die Platte wird nach Systemvorgabe verklebt und mechanisch befestigt. Ein Tiefengrund ist hier kein Ersatz für Klebemörtel oder eine zugelassene Haftbrücke.
  • Übergänge und Anschlüsse: Fensterlaibungen, Sockelzonen und Materialwechsel brauchen eigene Detailregeln. Eine Standardgrundierung löst dort keine konstruktiven Probleme.

Holzfaserplatten reagieren anders auf Feuchte als EPS- oder Mineralwolleplatten. Deshalb dürfen Materialwechsel, offene Plattenstöße und Randbereiche nicht mit einem frei gewählten Produkt „überbrückt“ werden. Bei der Planung zählen Systemkomponenten, Schichtdicken und Trocknungszeiten zusammen.

Vor einer Sanierung sollten Sie klären, ob der vorhandene Putz als Untergrund für das Dämmsystem zugelassen und ausreichend tragfähig ist. Ein Tiefengrund kann die Oberfläche verfestigen, ersetzt aber keine Prüfung der Befestigung. Bei größeren Unebenheiten, Hohlstellen oder feuchten Bereichen muss der Wandaufbau fachlich beurteilt werden.

Nutzen Sie auf baumit-selbermachen.de den Produktschnellfinder, um den passenden Produktbereich zu erreichen. Der Marktfinder zeigt Bezugsquellen; über die Kontaktfunktion können offene Systemfragen geklärt werden. Eine Merkliste hilft, die ausgewählten Komponenten für das Projekt zusammenzuhalten. Wählen Sie dabei das richtige Land: Deutschland, Luxemburg oder Schweiz.

Für die Ausführung gilt eine klare Reihenfolge: Systemaufbau festlegen, technische Merkblätter abgleichen, Teilfläche prüfen und erst dann die Grundierung auftragen.

Holzfaser-, EPS- und Mineralwolle-Dämmplatten richtig beschichten

Holzfaser-, EPS- und Mineralwolle-Dämmplatten dürfen nicht mit einem beliebigen Tiefengrund beschichtet werden. Ihre Oberflächen unterscheiden sich deutlich. Deshalb muss die Beschichtung immer zum jeweiligen Dämmstoff, zur Armierungslage und zum vorgesehenen Oberputz passen.

  • Holzfaser-Dämmplatten: Sie reagieren empfindlicher auf Feuchte und benötigen einen abgestimmten, diffusionsoffenen Aufbau. Die Armierung muss vollflächig und ausreichend trocken sein, bevor eine Grundierung folgt.
  • EPS-Dämmplatten: Die Oberfläche ist relativ geschlossen. Ein Tiefengrund für saugende mineralische Putze ist hier nicht automatisch geeignet. Maßgeblich ist die freigegebene Haft- oder Putzgrundierung des Systems.
  • Mineralwolle-Dämmplatten: Ihre Oberfläche kann je nach Produkt und Armierung unterschiedlich reagieren. Entscheidend sind die Vorgaben für Klebemörtel, Armierungsmörtel und Oberputz.

Grundiert wird in der Regel nicht die rohe Dämmplatte, sondern eine dafür vorgesehene Putz- oder Armierungsschicht. Diese muss ausreichend erhärtet sein. Zu frühes Beschichten kann Feuchte einschließen und später zu Flecken, Rissen oder Haftungsproblemen führen. Die Wartezeit richtet sich nach Mörtel, Schichtdicke, Temperatur und Luftfeuchte.

Bei einem mineralischen Oberputz ist oft eine pigmentierte, systemgerechte Grundierung vorgesehen. Sie gleicht den Untergrund optisch an und vermindert Unterschiede beim Anziehen des Putzes. Bei Siliconharz- oder Silikatputzen gelten jeweils eigene Anforderungen. Eine Grundierung aus einem anderen Bindemittelsystem ist nicht automatisch kompatibel.

Kontrollieren Sie vor dem Auftrag außerdem die Armierungsschicht. Gewebe darf nicht sichtbar sein, die Fläche sollte keine Grate, Mörtelnasen oder offenen Fehlstellen zeigen. Solche Unebenheiten werden vorher beseitigt. Die Grundierung ist kein Ausgleichsmaterial.

Für Baumit-Dämmsysteme mit Holzfaser-, EPS- und Mineralwolle-Dämmplatten sowie für Baumit open und easytop gilt: Verwenden Sie die im Systemaufbau genannte Grundierung. Auf baumit-selbermachen.de finden Sie den Produktbereich Grundierungen, den Produktschnellfinder und den Marktfinder. Über die Kontaktfunktion lassen sich offene Fragen zum jeweiligen Land klären; verfügbar sind Deutschland, Luxemburg und die Schweiz.

Eine Merkliste kann helfen, Grundierung, Oberputz und Zubehör gemeinsam zu speichern. Prüfen Sie vor dem Kauf dennoch die aktuelle Produktfreigabe und das technische Merkblatt. Produkte können sich ändern, während die Dämmstoffbezeichnung allein keine ausreichende Auswahlhilfe ist.

Merksatz: Nicht die Dämmplatte bestimmt allein die Grundierung, sondern der vollständige Systemaufbau darüber.

Baumit open- und easytop-Systeme auf die Grundierung abstimmen

Bei den Baumit open- und easytop-Systemen muss die Grundierung zum vollständigen Fassadenaufbau passen. Entscheidend sind Dämmstoff, Armierung, Oberputz und Schlussbeschichtung. Eine Grundierung wird deshalb nach der Systemfreigabe ausgewählt.

Baumit open ist auf einen diffusionsoffenen Fassadenaufbau ausgerichtet. Die Grundierung darf diesen Feuchtetransport nicht unnötig bremsen. Achten Sie auf die im System vorgesehenen Produkte und auf die Angaben zur Wasserdampfdurchlässigkeit. Ein stark filmbildendes Material kann hier technisch unpassend sein.

Baumit easytop verlangt ebenfalls eine abgestimmte Kombination aus Armierungslage, Grundierung und Oberputz. Besonders bei farbigen oder strukturierten Schlussbeschichtungen sorgt die passende Grundierung für einen gleichmäßigen Untergrund. Sie ersetzt jedoch keine zusätzliche Schicht, wenn das System eine bestimmte Putzgrundierung ausdrücklich fordert.

Beachten Sie vor der Anwendung:

  • Systemvariante feststellen: Prüfen Sie, ob open oder easytop ausgeführt wurde und welche Schlussbeschichtung geplant ist.
  • Technisches Merkblatt abgleichen: Achten Sie auf Freigaben, Verbrauch, Trocknungszeit und zulässige Folgeprodukte.
  • Farbton berücksichtigen: Bei eingefärbtem Oberputz kann eine pigmentierte Grundierung den Farbtonausgleich unterstützen.
  • Schichtzustand prüfen: Die Armierung muss fest, trocken und ausreichend erhärtet sein, bevor die Grundierung folgt.
  • System nicht mischen: Produkte verschiedener Aufbauten dürfen nur kombiniert werden, wenn der Hersteller dies ausdrücklich erlaubt.

Im Produktbereich Grundierungen von Baumit Selbermachen finden Sie den Produktschnellfinder. Nutzen Sie ihn als Orientierung und öffnen Sie anschließend das Merkblatt des konkreten Produkts. Mit dem Marktfinder lassen sich Bezugsquellen ermitteln; die Kontaktfunktion hilft bei offenen Fragen. Über die Länder- und Sprachauswahl stehen Deutschland, Luxemburg und die Schweiz zur Verfügung. Ausgewählte Produkte können Sie in der Merkliste sammeln.

Bei einer bestehenden Fassadendämmung sollten Sie außerdem dokumentieren, welche Materialien bereits verwendet wurden. Fehlen Angaben zum Aufbau, ist eine kleine Probefläche sinnvoll. Prüfen Sie dort nach der Trocknung, ob die Oberfläche gleichmäßig aussieht und der geplante Oberputz sicher haftet.

Bei Baumit open und easytop bleibt die Grundierung Teil des geprüften Systems. Verwenden Sie daher nicht automatisch einen gewöhnlichen Tiefengrund für Außenputz, sondern die vom Aufbau vorgesehene Lösung.

Beispiel: Außenputz vor dem Fassadenanstrich grundieren

Ein typischer Anwendungsfall ist eine verputzte Südwestfassade, die vor einem neuen Anstrich unterschiedlich stark Wasser aufnimmt. Der alte mineralische Putz ist überwiegend fest, an einzelnen Reparaturstellen aber leicht sandend. Geplant ist eine wässrige Fassadenfarbe aus einem abgestimmten System.

Markieren Sie zunächst die einzelnen Arbeitsfelder und ermitteln Sie den Materialbedarf nach der Herstellerangabe. Bei strukturiertem Putz schwankt der Verbrauch deutlich stärker als auf einer glatten Wand. Rechnen Sie deshalb nicht nur mit der reinen Wandfläche, sondern berücksichtigen Sie Fenster, Türen, Laibungen und die Putzstruktur.

Für dieses Beispiel kommt eine verfestigende Grundierung infrage. Ein Produkt wie Lacryl Tiefgrund 595 ist konservierungsmittelfrei, geruchsneutral und für innen sowie außen vorgesehen. Bei grober Struktur kann auch ein thixotropes Material wie Lacryl Hydro-Gel 695 praktisch sein, da es weniger leicht abläuft. Die Entscheidung fällt erst nach dem Abgleich mit dem geplanten Fassadenanstrich.

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  • Material in ein sauberes Gebinde geben und nach Vorgabe homogenisieren.
  • Eine kleine Probefläche anlegen, die auch eine Reparaturstelle enthält.
  • Nach der vorgeschriebenen Trocknung prüfen, ob die Fläche gleichmäßig matt und fest erscheint.
  • Den Fassadenanstrich auf der Probefläche ausführen und die Haftung nach dessen Trocknung kontrollieren.
  • Erst danach die übrigen Felder bearbeiten und jeweils an einer Bauteilkante anschließen.

Angenommen, die Probefläche zeigt nach dem Grundieren noch deutlich unterschiedliche Saugzonen. Dann ist nicht automatisch eine dickere Lage die Lösung. Prüfen Sie zuerst, ob die Verdünnung, der Verbrauch und die Trocknung eingehalten wurden. Bei einem Konzentrat wie Grundierkonzentrat 938 ist das Mischungsverhältnis von 1:4 ausdrücklich zu beachten. Bleibt der Untergrund trotz korrekter Anwendung instabil, braucht er eher eine fachgerechte Sanierung als weitere Grundierung.

Für einen silikatischen Fassadenanstrich würde dieses Beispiel anders aussehen. Dann kommt ein systemgerechtes Grundier- und Verdünnungsmittel wie Fondosil 1903 in Betracht. Eine siliconbasierte Schlussbeschichtung kann dagegen eine darauf abgestimmte pigmentierte Grundierung wie Secoprime 917 verlangen. Die Produktwahl folgt also dem Beschichtungsaufbau, nicht allein dem sichtbaren Putz.

Planen Sie außerdem die Übergänge sorgfältig. Grundieren Sie nicht bis zum nächsten Tag mitten auf einer freien Wandfläche weiter. Solche Ansätze können sich später als Glanz- oder Farbunterschied abzeichnen. Besser ist ein Abschluss an einer Ecke, an einem Fallrohr oder an einer klaren Bauteilgrenze.

Bei einem bereits gedämmten Gebäude muss der Beispielaufbau mit der vorhandenen Fassadendämmung übereinstimmen. Für Baumit-Dämmsysteme mit Holzfaser-, EPS- und Mineralwolle-Dämmplatten sowie für Baumit open und easytop gelten deren jeweilige Systemvorgaben. Mit dem Produktschnellfinder von Baumit Selbermachen lässt sich der passende Bereich öffnen. Der Marktfinder, die Merkliste und die Kontaktfunktion unterstützen die weitere Planung in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz.

Fazit: Tiefengrund gezielt auswählen und nach Anleitung anwenden

Die richtige Grundierung ist keine Frage von „stärker“ oder „schwächer“. Sie muss zur Aufgabe, zum Putz und zum gesamten Beschichtungsaufbau passen. Für einen saugenden, leicht mürben Außenputz ist ein verfestigender Tiefengrund sinnvoll. Bei dichten Flächen braucht es dagegen meist einen pigmentierten Haftgrund. Ein lösemittelhaltiges Spezialprodukt bleibt besonderen Fällen vorbehalten.

Als praktische Entscheidungshilfe gilt:

  • Saugend und tragfähig: Wasseraufnahme mit einem passenden Tiefengrund ausgleichen.
  • Leicht sandend: Ein verfestigendes Produkt wählen und die Wirkung nach dem Trocknen kontrollieren.
  • Dicht oder schwach saugend: Einen haftvermittelnden, pigmentierten Grundierstoff einsetzen.
  • Restkreidend oder stark geschädigt: Erst klären, ob Sanierung statt Grundierung erforderlich ist.
  • Fassadendämmung: Nur innerhalb der freigegebenen Systemkombination arbeiten.

Für die Produktauswahl bei Baumit Selbermachen steht der Bereich Grundierungen mit Produktschnellfinder, Marktfinder, Kontakt und Merkliste zur Verfügung. Wählen Sie bei der Länder- und Sprachauswahl Deutschland, Luxemburg oder Schweiz. Prüfen Sie vor dem Kauf stets das aktuelle technische Merkblatt. Dort stehen die verbindlichen Angaben zu Verdünnung, Verbrauch, Trocknung, Wetterbedingungen und Folgeprodukten.

Bei Baumit-Dämmsystemen mit Holzfaser-, EPS- oder Mineralwolle-Dämmplatten sowie bei Baumit open und easytop entscheidet der komplette Systemaufbau. Eine frei gewählte Grundierung kann die Abstimmung der Schichten verändern. Nutzen Sie deshalb nur die dafür vorgesehene Lösung.

Wer die Grundierung gezielt auswählt und die Verarbeitungshinweise einhält, schafft eine gleichmäßige Basis für den Fassadenanstrich. Bei Unsicherheit ist eine kleine Probefläche der schnellste Weg zu einer belastbaren Entscheidung.


FAQ zur richtigen Anwendung von Tiefengrund auf Außenputz

Wann sollte Tiefengrund auf Außenputz aufgetragen werden?

Tiefengrund wird aufgetragen, wenn der Außenputz saugend oder leicht sandend ist und für einen Fassadenanstrich vorbereitet werden soll. Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und frei von losen Putzteilen sowie trennenden Schichten sein.

Wie wird geprüft, ob Außenputz Tiefengrund benötigt?

Prüfen Sie die Fassade mit einer Wasser-, Wisch- und Kratzprobe. Zieht Wasser schnell ein, ist der Putz stark saugend. Bleibt Staub an der Hand oder lösen sich Körner, kann eine verfestigende Grundierung erforderlich sein. Bei schwach saugenden Flächen wie Beton oder Klinker ist meist ein pigmentierter Haftgrund geeigneter.

Wie trägt man Tiefengrund auf Außenputz richtig auf?

Tiefengrund wird nach Herstellerangabe vorbereitet und mit Fassadenrolle oder Pinsel gleichmäßig auf den trockenen Außenputz aufgetragen. Bearbeiten Sie zusammenhängende Flächen ohne längere Unterbrechung und vermeiden Sie Läufer, Pfützen sowie glänzende Filmbildung. Verdünnen Sie das Produkt nur gemäß technischem Merkblatt.

Wie lange muss Tiefengrund auf Außenputz trocknen?

Die erforderliche Trocknungszeit hängt vom Produkt, Untergrund und Wetter ab. Der Außenputz muss vor dem Auftrag trocken und während der Trocknung vor Regen, Frost, direkter Sonne und starkem Wind geschützt sein. Maßgeblich sind die Angaben im technischen Merkblatt des gewählten Tiefengrunds.

Kann Tiefengrund bei Fassadendämmungen verwendet werden?

Bei Fassadendämmungen darf Tiefengrund nur eingesetzt werden, wenn er für den jeweiligen Systemaufbau freigegeben ist. Das gilt auch für Baumit-Dämmsysteme mit Holzfaser-, EPS- oder Mineralwolle-Dämmplatten sowie für Baumit open und easytop. Auf rohen Dämmplatten darf kein beliebiger Tiefengrund verwendet werden.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Bitte geben Sie einen Kommentar ein.
Keine Kommentare vorhanden

Zusammenfassung des Artikels

Vor dem Grundieren müssen Außenputz und Fassade sauber, trocken, tragfähig und schadensfrei sein; Saugfähigkeit und Festigkeit bestimmen die passende Grundierung. Diese muss mit Putz, Anstrich und gegebenenfalls dem Wärmedämmverbundsystem kompatibel sein.

Sie sind selbst Experte für Baustoffe?
Bei Amazon finden Sie alles, was Sie benötigen, um sämtliche Arbeiten am Haus selbst zu erledigen - Packen Sie's an!
Jetzt kaufen
Anzeige

Nützliche Tipps zum Thema:

  1. Prüfen Sie den Außenputz gründlich: Die Fläche muss sauber, trocken, tragfähig und frei von Algen, Moos, Staub sowie losen Putzteilen sein. Nutzen Sie Wisch-, Kratz-, Klebeband- und Wasserprobe, um Kreidung, Schäden und Saugfähigkeit zu erkennen.
  2. Wählen Sie den Tiefengrund nach Untergrund und Anstrich: Für stark saugende, tragfähige Putze eignet sich ein verfestigender Tiefengrund. Bei Beton, Klinker oder anderen schwach saugenden Flächen ist meist ein pigmentierter Haftgrund besser geeignet.
  3. Beheben Sie Schäden vor dem Grundieren: Risse, Hohlstellen, Abplatzungen und stark sandende Bereiche müssen zunächst entfernt, ausgebessert und vollständig getrocknet werden. Tiefengrund ersetzt keine fachgerechte Sanierung.
  4. Tragen Sie das Produkt gleichmäßig auf: Arbeiten Sie mit einer Fassadenrolle oder einem Pinsel von oben nach unten und vermeiden Sie Nasen, Pfützen sowie glänzende Filmbildung. Verdünnen Sie das Produkt nur nach den Angaben im technischen Merkblatt.
  5. Beachten Sie Wetter- und Systemvorgaben: Grundieren Sie nur bei trockener, frostfreier Witterung und schützen Sie die Fassade vor Regen, direkter Sonne und starkem Wind. Bei Wärmedämmverbundsystemen, insbesondere Baumit open und easytop, dürfen ausschließlich freigegebene Systemprodukte verwendet werden.

Counter